Konzept Phänomene des Wiedereintritts

gottschalk*berlin – Konzept „Phänomene des Wiedereintritts“

In ihrer mit Artefakten und Gemälden in den Raum gezeichneten Installation setzt sich die Künstlerin gottschalk*berlin mit der Frage, was Kunst ausmacht, auseinander.

Im Spannungsfeld von Spiritualität, Konstruktivismus und materieller Wiederverwertbarkeit untersucht gottschalk*berlin die Phänomene des Wiedereintritts in neue Wahrnehmungsebenen von Materie und Geist. Eine wichtige Vorraussetzung für alle 3 Ebenen ist der Zustand der Bewegung, ohne die keine Phänomene erkennbar wären.Der Besucher der Ausstellung bewegt sich inmitten eines Gesamtkunstwerkes und wird so gleichzeitig Beobachter und Teil der Kunst.

Phänomene des Wiedereintritts aus Sicht von:

>Spiritualität:

„…….nur , wenn wir Zeit in der Stille verbringen , im Schweigen oder in Meditation, erfahren wir einen vierten Bewusstseinszustand, in dem wir beginnen, unsere Seele zu ahnen und zu fühlen.Wenn wir einen Blick auf unsere Seele erhaschen, werden wir etwas intuitiver. Wir fangen an zu spüren, dass die Dinge nicht einfach nur das sind, was sie zu sein scheinen; es gibt etwas hinter den Kulissen.

Die physische Welt , die wir normalerweise erleben, ist ein Schatten der wahren Welt. Die wahre Welt, die Welt des Geistes, des Bewusstseins, existiert hinter einem Schleier. Der Schleier wird durch unsere eigene Konditionierung gebildet. In Wahrheit sind wir durch die Welt von Raum, Zeit, Materie und Ursachen gebunden; dieser Schleier verhindert jedoch, dass wir diese Wahrheit sehen. Er hindert uns auch daran, dass wir in Macht, Freiheit und Gnade leben.“Deepak Chopra in „Bewusst glücklich“ S. 124

Die Künstlerin fragt sich hier: „Welche Phänomene treten auf, wenn Menschen den vierten Bewusstseinszustand erreichen wollen und hinter die Kulissen blicken wollen?“ Als Metapher dafür entstand ein großformatiges Gemälde, das den Aufstieg der Menschen an einer Steilwand darstellt und die verschiedenen Wege diese zu erklimmen zeigt.

> Konstruktivismus:

Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist, sondern so, wie wir sind. (Anthony de Mello) Der radikale Konstruktivismus vertritt den Standpunkt, daß es keine vom Beobachter unabhängige Wirklichkeit gibt und dass wir unsere Wirklichkeit selbst konstruieren.

Die gesamte Installation ist ein von gottschalk*berlin kreierter Kosmos, indem sie als Künstlerin entscheidet, was Kunst ist. Ein altes verrostetes Fahrrad, Fortbewegungsmittel und Alltagsgegenstand dient der Künstlerin als Symbol für Bewegung/Entwicklung (Korrosion des Eisens) und wird von ihr zu Kunst erklärt.

Aus Sicht des radikalen Konstruktivismus eine völlig normale Angelegenheit.

>materielle Wiederverwertbarkeit, Transformation der Materie:

Mit Hilfe von recycelten Artefakten und TrashArt macht gottschalk*berlin sichtbar, wie sich das Bewusstsein für Gegenstände verändert, wenn sie in den Kontext der Kunst integriert werden. Die Materie (hier der Alltagsgegenstand, entsorgtes Material) wird in seiner Bedeutung transformiert und zwingt den Betrachter zu einer Erneuerung der Wahrnehmung des Gegenstandes/ Materials.In der gesamten Raumzeichnung werden Materialien verwendet, die schon als Abfall entsorgt wurden. Das großformatige Gemälde entstand auf einer alten, zerschlissenen LKW-Plane, die bereits als Müll der Entsorgungskette zugeführt wurde. Alte Keilrahmen wurden mit Folie bespannt die ebenfalls bereits im Müll gelandet waren und nun in hochwertiger goldener Farbe leuchten.

>Performance zu Phänomene des Wiedereintritts:

Mitten in der Installation führen gottschalk*berlin (Gesang,Gitarre,Percussion) und die Flötistin Cordelia Loosen-Sarr (Music for Life) in einer Klang/Musik-performance an die Thematik der Installation heran. Spezialität der Flötistin ist das freie themenorientierte Improvisieren und die musikalische Interpretation von Text, Tanz und Kunst. Zusammen mit den Gesangs- und Rhythmus-Klängen von gottschalk*berlin, die sie aus den verschiedensten Gegenständen erzeugt, entsteht eine akustische Interpretation der Phänomene des Wiedereintritts.

 

 

 

 

 

 

 

 

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